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wahrheit


Menschliche Erfahrung

buddha-paris-ausschnitt.jpgFür die meisten von uns erscheint es so, als seien wir ein getrenntes Individuum, dass es mit einer Welt ‚da draussen’ zu tun hat, die eine niemals zur ruhe kommende Bewegung zu sein scheint. Indem der Fokus unserer Aufmerksamkeit gewohnheitsmässig von innen nach aussen, hin zu einer scheinbar externen wirklichkeit ausgerichtet ist, entsteht wieder und wieder ein Gefühl von ‚ich’. So glauben wir, dass wir ein persönliches Wesen sind, das das Leben lebt und es zu meistern versucht. Diese energetische hinbewegung von innen nach aussen, diese gewohnheitsmässige Ausrichtung der Aufmerksamkeit von innen nach aussen – von hier nach da – erschafft ein subtiles und doch so gewohntes Gefühl von Angst, Stress und Mühsal, begleite von der Idee, den endlosen Kreisllauf begrenzter MENSCHLICHER ERFAHRUNG überwinden zu wollen. Dieses Gefühl von ‚ich’, der/die ‚mein’ Leben führt, das als die Summe all ‚meiner’ Erfahrungen erscheint, wird äusserst selten hinterfragt.


Das Wiedererkennen der Wahrheit
arunachalaDas Wiedererkennen dessen, wer wir wirklich sind – WAHRHEIT – ist die Frucht, die uns zu fällt, wenn sich die Aufmerksamkeit sanft vom unaufhörlich wechselnden Strom von Erfahrung hin zu dem bewegt, was sich in jedem Augenblick aller Erfahrung bewusst ist. Diese Verschiebung der Aufmerksamkeit ist begleitet vom Erkennen, dass es niemals ein getrenntes ‚ich’, das handelt oder ‚sein’ Leben führt, existiert hat. Es war schon immer das Leben selbst, das sich durch uns gelebt hat. Diese sanfte, natürliche Rückkehr der Aufmerksamkeit zu ihrem Ursprung, zu Bewusstsein selbst, ist eine Einladung an jede Erfahrung zu vollkommener Ruhe, Stille und grösstmöglicher Sanftheit zu kommen, nun jedoch ohne das Gefühl eines Erfahrenden. Es ist Ruhen, das zur Ruhe kommt. Es ist Stille, die still ist. Es ist Sanftsein, das zurückkehrt zu Sanftheit. Da ist niemand, der die Wahrheit erkennt. Wahrheit erkennt sich selbst als immer präsent, immer frisch und immer lebendig. Es ist Liebe, die liebt.


Als Liebe leben
lotus Als LIEBE zu leben ist die Einladung, das Leben in ganzer Fülle zu uns kommen zu lassen, anstatt uns auf das Leben zuzubewegen. Es ist sanft der Raum zu sein, der dem Leben ganz und gar erlaubt uns zu haben, ansatt das wir das Leben haben. Liebe sein ist, der Erfahrung eines jeden Augenblicks bedingungslos zur Verfügung zu stehen, damit sie uns zart küssen und jeden Ort in uns berühren darf, die sie möchte. In vollkommen wacher Passivität ruhend kann das Leben endlich voll und ganz ins System hineinkommen. Es darf sanft übernehmen und uns mit seiner unbegreifbaren Intelligenz und seinem Mitgefühl vollständig haben. Dann kann alles, dem begegnet werden möchte, und das der Menschheit seit Tausenden von Jahren Probleme bereitet hat, nach Hause kommen. Mit liebevoller Sanftheit werden wir ersetzt durch die Kraft und Liebe der Lebens selbst. Vom tiefsten Kern der Liebe her darf das Leben nun seine Melodie auf uns spielen, ähnlich eines Musikers, der voller Hingabe ein Lied auf einer Flöte spielt. Dann gehört das Leben nicht länger uns, sondern wir gehören dem Leben. Dann ist die Liebe nicht länger für uns, sondern wir sind für die Liebe. Dann ist das Leben eine einzige Umarmung der Existenz, die sich des eigenen Lebendig-Seins bewusst ist und alles ist gegeben, aber nichts ist für uns.

 
 
 
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